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Ein Stück Himmel auf Erden

SAV-Seniorenwanderung

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Bei zunächst angenehmen Vormittagstemperaturen starteten 50 Mitglieder der Ortsgruppe Metzingen des Schwäbischen Albvereins mit Wanderführer Hans Bader, unterstützt vom Ehepaar Gönninger, in einen dann recht heißen Wandertag im schönen Oberschwaben.
 
Über Honau, Zwiefalten und Riedlingen führte die Fahrt in der Nähe von Bad Schussenried zum Parkplatz im Wald bei Aichbühl. Nach kurzer Wanderung war das angekündigte erste Ziel, die Schussenquelle, erreicht. Die 62 km lange Schussen fließt – im Gegensatz zu den Nachbarflüssen im Bereich ihres Oberlaufes um Biberach – nicht in die Donau, sondern südwärts und mündet schließlich bei Eriskirch in den Bodensee. Infolge von Trockenlegungen im Ried der vom Federsee her mit Wasser gespeisten Schussen war im 19. Jahrhundert der erste Flussabschnitt tiefergelegt worden, so dass der heute sichtbare Wasseraustritt in eine offene Mulde eigentlich den „Schussenursprung“ darstellt.
Die erste längere Wanderetappe mit einer günstigen Aussichtsstelle in die (leider verschleierte) Alpenkette und vorbei an einem französischen Soldatengrab von 1796 endete im Ort Steinhausen und damit am Hauptziel des Tages, der weithin berühmten Wallfahrtskirche.
 
Steinhausen, heute ein schmucker Ortsteil von Bad Schussenried mit 400 Einwohnern, besaß bereits seit dem Ende des 13. Jahrhunderts eine Marienwallfahrtskirche, die zu Anfang des 15. Jahrhunderts im Stil der Gotik umgestaltet und nach dem Dreißigjährigen Krieg barock ausgestaltet wurde.
Als die Marienkirche für den Zustrom von Pilgern nicht mehr ausreichte, erteilte der Abt des Klosters Schussenried, Didacus Ströbele, 1726 dem damals schon namhaften Baumeister Dominikus Zimmermann den Auftrag zu Planung, Bau und Stuckierung einer neuen Kirche. Nach Abriss des Vorgängerbaues begann 1728 die Errichtung der dann 1733 geweihten Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau, die 1865 in den Besitz der Ortsgemeinde Steinhausen und seitdem zugleich als Pfarrkirche St. Peter und Paul dient. Ihre bauliche Gestaltung und die künstlerische Ausstattung rechtfertigen das Prädikat „Schönste Dorfkirche der Welt“.
 
Die Wallfahrtskirche Steinhausen gilt in der Kunstgeschichte als eines der bedeutendsten Kunstwerke des frühen Rokoko und als eine originelle Schöpfung von Dominikus Zimmermann. In der äußeren Form kaum von der üblichen Ansicht abweichend, verschmilzt im Inneren ein langovales Langhaus mit einem querovalen Chor zum Eindruck eines Zentralbaues. Die flache Kuppel des Innenraumes wird von einem Ring aus zehn quadratischen Pfeilern getragen; der Zwischenraum zur Außenwand schafft lediglich einen Umgang und keine Abtrennung von Seitenschiffen. Die Deckenfresken sind eine kongeniale Schöpfung des Bruders des Baumeisters, Johann Baptist Zimmermann.
 
An die detailreiche Führung in der Kirche schloss sich eine zweite Wanderetappe um Steinhausen an. Für alle Teilnehmer war es ein Tag mit bleibenden Eindrücken von der Schönheit der sommerlichen Landschaft und eines markanten historischen Bauwerkes Oberschwabens.

Bericht von

Bild des Benutzers Dietmar Bez
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