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Kloster Bebenhausen und Stift Tübingen

Auf den Spuren der Reformation

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In Kooperation mit der Familienbildung der Metzinger Martinskirchengemeinde lud der Schwäbische Albverein zu einer Reise in die Zeit der Reformation ein. Und das Thema zog: Bis auf den Notsitz war der Reisebus nach Bebenhausen besetzt. Gewiss zogen auch die handelnden Personen. Denn Wanderführer Wilhelm Mändle kann immer auf einen stattlichen Fanclub zählen. Und Petra Frey, Metzingens ehemalige Pfarrerin sowieso. Sie ließ es sich nicht nehmen, dazu eigens von ihrer neuen Wirkungsstätte Ulm anzureisen. Für genügend geistige und geistliche Inspiration war also gesorgt. Die Führung im Bebenhäuser Kloster brachte zu Tage, dass mit der Einführung der Reformation in Württemberg die letzte Stunde des Zisterzienserklosters geschlagen hatte. Knapp 350 Jahre war es ein Hort der Frömmigkeit ehe Herzog Ulrich es 1534 schließen ließ und die katholischen Mönche sich Richtung Zams in Tirol aufmachen mussten.

Anschließend diente es rund 200 Jahre als evangelische Klosterschule der Bildung. Und zuletzt tagte dort 1946 bis 1952 der Landtag des Bundeslandes Württemberg-Hohenzollern ehe es schließlich von den Förstern in Besitz genommen wurde. Eindrücklich erlebten die Besucher, dass rauchende Köpfe hier über die Jahrhunderte hinweg Not taten. Denn trotz schönstem Frühlingswetter durchzog eine bittere Kälte die klösterlichen Gemäuer. Deshalb war man nach der kurzweiligen Führung froh, körperlich in Fahrt kommen zu können. Auf dem Jakobsweg machte man sich bergan nach Tübingen auf. So merkte man, dass Pilgern warm macht, aber auch eine Mühe sein kann. Der Weg beginne vor jeder Haustüre, warb Petra Frey für den Gang gen Santiago de Compostella. Nur dürfe man sich nicht zu viel vom Pilgern erhoffen.

Dem Erlass der Sünden auf der Suche nach dem Heiligen Jakobus stand sie von Konfession wegen skeptisch gegenüber. Mehr spräche dabei für ein reinigendes Zu-Sich-Selbst-Kommen. Und damit dürfte die wanderbegeisterte Pfarrerin nicht so falsch gelegen haben: Mitten in Tübingen, im romantischen Käsenbachtal spürten alle diese innere Ruhe die vom Wandern in der Natur ausgehen kann. Man kam sich vor wie auf der Insel der Seligen, zufälligerweise auch noch die geografische Mitte Baden-Württembergs. Hier lagen die Dichter der Schwäbischen Romantik goldrichtig, die um 1830 dieses lauschige Tal "ihr Elysium" nannten. Nur noch ein paar Schritte waren es vorbei an der Jakobuskirche, dem historischen Zentrum der Tübinger Unterstadt, der Gôgei, ehe man das Tübinger Stift erreichte. Dort im altehrwürdigen Studienhaus der evangelischen Landeskirche in Württemberg schloss sich der Kreis der Reformationsgeschichte. Auf dem Boden des lutherischen Glaubens gelang es von dort in Verbindung mit der Universität großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen und europäischen Geistesgeschichte zu nehmen. Nach so viel Geistigem waren die Wanderbegeisterten dann aber doch froh, noch etwas Zeit in geselliger Runde verbringen zu können.

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