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Seniorenwanderung Tübingen West- Unterjesingen

Eine Wanderung im Ammertal

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Vor einem Jahr führte die Ankündigung eines schweren Unwetters zur Absage einer Wanderung im Ammertal. Bei besten Wetterbedingungen wurde sie nun unter der sachkundigen Leitung von Jutta und Helmut Hauber nachgeholt.

Sie führten die Senioren-Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins Metzingen von Tübingen Westbahnhof nach Unterjesingen. Bei strahlend blauem Himmel aber, der Jahreszeit entsprechend, recht kühlem Wetter, zumindest im Schatten, war erstes Ziel der Schwärzlocher Hof, ein ehemaliges Landgut mit frühromanischer Kapelle.

Der Bereich um den Hof zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten auf Tübinger Markung. Die Liste der früheren Besitzer ist lang: Chorherrenstift Tübingen, Spital Tübingen, wechselnde Pächter, letztlich Verkauf für landwirtschaftliche Nutzung und gelegentlicher Betrieb als Gastwirtschaft. Inzwischen ein beliebtes ganzjähriges Ausflugsziel für Spaziergänger aus nah und fern.

Große Kastanien bieten im Sommer schattige Plätze im Freien mit schöner Sicht ins Ammertal. Schon die schwäbischen Geistesgrößen Uhland, Mörike, Hauff, Kerner und Hermann Kurz verkehrten dort.

Die um 1100 vom Kloster Blaubeuren angebaute romanische Kapelle ist in die Gaststätte als Gastraum integriert. Mauerwerk, Dachgesims, Friese, und in Stein gehauene pflanzliche und figürliche Tierdarstellungen aus frühromanischer Zeit belegen den ursprünglich religiösen Zweck.

Der weitere Wanderweg führte mehr oder weniger der Ammer entlang durch die Landschaft des Gäus, eine vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft, bestehend aus Muschelkalk und Lehmkeuper zwischen Schwarzwald und Schönbuch bzw. Neckartal und Hecken- und Strohgäu.

Die Ammer entwässert als einziger Flusslauf das Herrenberger Becken, sie ist knapp 22 km lang, der Name kommt wohl aus dem Keltischen. An ihrem Ufer liegen mehrere Schutzgebiete. Bis 1930 gab es hier noch gut zwei Dutzend Mühlen, heute nur noch vier.

In Tübingen vereinigt sie sich mit dem von Bebenhausen kommenden Goldersbach und mündet dann bei Lustnau in den Neckar.

Auf dem weiteren Weg Richtung Ammerhof grüßte von links die Wurmlinger Kapelle, rechts das 1287 erstmals erwähnte Schloss Roseck, nach vielfachem Besitzerwechsel heute in privater Hand. Die Heuchelberger Warte, ein ehemaliger Wartturm auf dem 484 m hohen Heuberg, von den schwäbischen Reichsstädten 1422 an der Grenze zum Herzogtum Württemberg erbaut.

Der Ammerhof, ebenfalls ein altes Hofgut, 1100 erstmals urkundlich erwähnt, im Besitz des Herzogs von Württemberg, jetzt eine Pferdeklinik mit Pferdepension.

Bereits seit dem Mittelalter ist hier eine Kapelle nachgewiesen, die um 1600 durch einen Neubau ersetzt wurde. Nach verschiedenen Umbauten diente sie auch weltlichen Zwecken, seit der Restaurierung 1980 ab 1991 wieder Sakralraum.

Die eingleisige Ammertalbahn durchquert das Tal von Herrenberg bis Tübingen. Wie vor fünfzig Jahren üblich, wurde auch diese Bahn 1966 von der DB stillgelegt.

Der Zweckverband ÖPNV Ammertal ist heute Eigentümer der Strecke. 1999 wurde der Personenverkehr auf voller Länge zwischen Herrenberg und Tübingen wieder aufgenommen. Ziel der Wanderung war Unterjesingen, bereits seit 1300 erwähnt, auch mit vielen Besitzern, u.a. die Pfalzgrafen von Tübingen, früher mit traditionellem Weinbau, heute nur noch in vereinzelten Lagen.

Im örtlichen Sportheim erfolgte die abschließende Einkehr.

Bericht von

Bild des Benutzers Helmut Hauber
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