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Wanderung zwischen zwei Bahnhöfen im Raum Tübingen

Eine Wanderung im Hohenzollernland

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Bedeckter Himmel, einstellige Temperaturen und ein recht frischer Wind hielten die Wandergruppe des Schwäbischen Albvereins Metzingen bei ihrer Sonntagswanderung am 22. März in Bewegung.
Die Hügellandschaft zwischen schwäbischer Alb und Neckar, auch bekannt unter dem lokalen Namen Rammert, früher zu Hohenzollern bzw. Vorderösterreich gehörend, war das Ziel der Wanderung zwischen den beiden Bahnstationen Rottenburg am Neckar und dem Bahnhof Belsen.
 
Der Schadenweiler Hof bei Rottenburg, früher mit inzwischen abgegangenem Dorf u.a. zum Kloster Hirsau gehörend, später auch Adelssitz mit reicher Geschichte, war das erste Ziel am Weg. Seit 1954 beherbergt das Anwesen eine Forstschule die 1979 in die Fachhochschule für Forstwirtschaft umgewandelt wurde.
Auf dem Jakobusweg Tübingen Rottenburg, er folgt dem HW3 des Schwäbischen Albvereins, ging es zunächst auf die Passhöhe Höllstein, der Sage nach einst von der Höllstein-Hexe bewohnt, dann  abwärts nach Dettingen am Katzenbach, seit den 14. Jahrhundert zu Österreich, ab 1805 zu Württemberg gehörend. Der Ort wurde 1725 erstmals urkundlich erwähnt, Römerfunde  und archäologische Funde belegen aber, dass die Gegend schon in alemanischer Zeit besiedelt war. Der Name ist wohl alemanischen Ursprungs : Tato = Gerichtsstätte.
 
Der Ort grenzt im Süden an das Waldgebiet des Rammert, der auch als kleiner Bruder des Schönbuchs bezeichnet wird.
Die Vesperpause fand am Waldrand bei Dettingen in einer windgeschützten Schutzhütte statt.
Der weitere Weg hangaufwärts führte vorbei an einem von Künstlern gestalteten Skulpturenpark aus  sturmholzresten im Dettinger Wald, eine Erinnerung an den Sturm Lothar.
Die Pelagiustanne, einem inzwischen vergessenen Heiligen und Stadtpatron von Konstanz gewidmet, dort früher als Lokalheiliger und Wunderheiliger verehrt, und Gockelerkreuz, so genannt weil oben auf dem Kreuz ein Hahn sitzt, waren die nächsten Ziele.
Bodelshausen, erstmals um 1100 in einer Schenkungsurkunde unter dem Namen Bodolshusen an das Kloster Hirsau erwähnt, war das ersehnte Ziel für eine Kaffepause.
 
Auch hier liegen erste Anfänge der Siedlung, durch Grabfunde belegt, mindestens im 7. oder 8. Jahrhundert.
Der Ort war im Besitz verschiedener Grafschaften, zuletzt der Herren von Ow.
Straßennamen deuten auch auf eine frühe Burg im Ort hin.
Die Wirtschaft war ursprünglich durch die Textilindustrie geprägt, heute sind seit der Textilkrise nur noch einige wenige Betriebe in diesem Bereich tätig.
Die ersehnte Kaffepause wurde gerne angenommen, zum Aufwärmen und zur Erfrischung.
Durch das diesige Wetter war die Fernsicht auf dem Weg zum Ziel Bad Sebastiansweiler sehr eingeschränkt. Der Ort besitzt drei Schwefelquellen und ist deshalb auch anerkannt als  Kurort und bekannt als Rehaklinik  Die Quellen sind in ca. 30m Tiefe gefasst. Wegen der Gefahr rascher Oxidation bei Luftkontakt erfolgt die Schwefeltherapie ausschließlich in Wannenbädern und nicht in einem Bewegungsbecken.
 
Ein großes Seniorenheim ist ebenfalls Teil des Rehazentrums.
Bad Sebastiansweiler besitzt als Teil der Gesundheits- und Senioreneinrichtungen einen großen sehr schön angelegten Park.
Die abschließende Einkehr am Ortsrand gab Gelegenheit zur Stärkung und Austausch der Erlebnisse des Tages.
Die anschließende kurze Wanderung zum Bahnhof Belsen und die Heimfahrt über Tübingen beendete einen sehr schönen Wandertag mit vielen Infos zur Geschichte der Gegend, bestens organisiert von den Wanderführern Wilhelm Mändle und Frieder Feucht.

Bericht von

Bild des Benutzers Walter Ruchay
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